als kind war eine meiner lieblingsbeschäftigungen frauen in modezeitschriften mit bunten filzstiften zu verschönern. ihnen freche tatoos zu verpassen, sie zu schminken und ihre kleider zu schmücken. heute habe ich es wieder entdeckt und hatte mindestens so viel spass daran wie dazumal.

 

doch irgendwann und so geht es wahrscheinlich vielen, habe ich aufgehört zu zeichnen weil ich immer selbstkritischer wurde. meine bilder empfand ich als nicht gut genung und so charakterisierte ich mich selbst als untalentierte malerin.

in einem buch von david duchemin schreibt er: "wir sollten unserem eigenen kreativen prozess viel mehr aufmerksamkeit schenken, statt umgehend neue meisterwerke zu erwarten."

ich liebte es stunden lang vor mich hin zu kritzeln und mit farben zu pinseln. irgendwann hörte ich jedoch auf damit weil aus nichts ein meisterwerk wurde.

heute sehe ich jedes misslungene bild als ein notwendiger teil des weges. es ist die sammlung von unfertigen ideen, es sind tausende fehlschläge die zur übung dienen für das eine bild welches vielleicht mal einen rahmen verdient. aber auch wenn es das eine bild niemals geben wird - ich geniesse wieder jede einzelne stunde die ich über meinem zkizzenheft verbringen darf.

 

und was würdest du tun wenn das kind in dir einen tag lang übernehmen dürfte? das kind, welches noch keine selbstkritik und keinen bestätigungszwang kennt sondern voller mut und hingabe sich ins abenteuer - in seine leidenschaft stürzt...

 


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